Sonntag nach dem Tennis – mehr als ein GA1-Lauf, aber das virtuelle Ziel verfehlt

Lauf: Zürich See – Uetliberg – Zürich See, 17,2km, 639m, 14.05.2017

Nichts neues bringt der Mai. Jahr für Jahr stehen Tennismatches im Mai an. Dieses Jahr durfte ich mich seit langem wieder einmal Kapitän nennen – wenn auch nur der 2. Mannschaft in der 2. (regionalen) Liga. Da das Tennis auf diesem Niveau nicht so gross ist, kann ich mehr auf andere sportliche Aktivitäten konzentrieren. So getan am Sonntag, dem 14.05.

Wechselhaftes Wetter am Uetliberg - beeindruckende Stimmung
Wechselhaftes Wetter am Uetliberg sorgt für eine beeindruckende Stimmung

Aufgrund des wechselhaften Wetters entschied ich mich gegen das Rennrad und für das Laufen. Alle meine letzten Läufe waren eher lockere Joggingeinheiten mit geringer Intensität und Dauer – sogenannte GA1-Läufe, die auf Grundlagenausdauer sowie Regeneration abzielen (Puls zwischen 60%-70% des max. Herzfrequenz). Gut, aber nicht spektakulär. An diesem Sonntag sollte es wieder mal etwas längeres werden – und da bietet sich natürlich Uetliberg als Zürichs Hausberg an.

Über meine Standardstrecke, den Höcklerweg, hoch auf den Kamm, oben über die Gratstrasse bis unter den Gipfel des Berges. Alles in mehr oder weniger gleichmässigem, wenn auch gutem Tempo. Doch dann hat es mich doch gereizt, die Intensität zu erhöhen. Wieso nicht auf den letzten 500m bis zum Turm Vollgas geben? Wieso nicht den Singletrail mit seinen ca. 150 Treppenstufen hoch sprinten? Wieso nicht versuchen, eine gute Zeit auf diesem Strava-gespeicherten Segment zu erreichen? Und dann bin ich los gespurtet. Nach ca. 5min erreichte ich die Platform auf dem Uetliberg, bei Puls 183. Spass hat es gemacht. Gelohnt hat es sich bestimmt. Zufrieden war ich in jedem Fall. Hat es sogar für eine neue Segmentsbestzeit bei Strava gereicht? Das finale Resultat sollte sich auf dem Computer daheim zeigen. Also, lief ich erstmal wieder nach unten und zurück an den Zürichsee. Happy und zufrieden.

Daheim musste ich übrigens feststellen, dass mein Sprint zumindest für das Tracking nichts Wert war. Ich erreichte war die Plattform in einer sehr passablen Zeit, leider habe ich mir die Pause aber zu früh gegönnt, sodass meine Pause zu meiner Laufzeit noch addiert wurde. 10min statt 5min, was natürlich keine neue Bestzeit bedeutete. Da zeigte sich, dass ein reales Ziel viel einfacher ist zu erreichen als ein virtuelles.

Übrigens: Am nachfolgenden Montag konnte ich das erste Mal dieses Jahr noch Zeit nach der Arbeit ausnutzen, um eine Runde mit dem Rennrad zu fahren. Das Wetter hat auch mitgespielt, sodass ich eine tolle 45km-Runde zurücklegen konnte. Sehr angenehm.

 

Giro di „Toskana“

Radsportmekka. Nicht Mallorca, nicht Fuerteventura, sondern die Toskana diesmal. In einer Woche Ferien wollten wir die traumhaften Hügel dieser auch für Wein und gutes Essen bekannten Gegend erkunden. Wir mussten feststellen, die Toskana ist anders als die spanischen Inseln – 4 Themen vorneweg (und auf ein Fazit verzichtend):

Ideal zum entspannten Radfahren in der Toskana ohne Verkehr - und asphaltiert
Ideal zum entspannten Radfahren in der Toskana ohne Verkehr – und asphaltiert
  1. „Strade bianche“: Die Qualität des Strassenbelags ist grösstenteils bestens, gegeben dem Fall, die Strasse ist wirklich asphaltiert. Häufig sind als kleine Strässchen gekennzeichnete Wege wirklich nur Feldwege mit feinem Schotter. Traumhaft schön, aber nur bedingt für die ganz dünnen Rennradreifen geeignet. Aufgrund des bekannten Radrennens „Strade bianche“ in der Region hätte man das wissen können…
  2. „Giorni festivi“: Festtage oder Feiertage. Es ist doch merklich, dass man in einem katholischen Land lebt, in welchem Traditionen aufrecht erhalten werden. Das heisst, Sonntag sind alle Geschäfte zum Radverleih geschlossen. Montag eher auch. Und da Dienstag Feiertag war, eigentlich auch. Wir konnten dann aber von Glück reden, dass ein lokales Bikegeschäft doch geöffnet war und zwei funktionstüchtige Rennräder uns zur Verfügung stellte.
  3. „Le Macchine“: Autos. Die Italiener scheinen ihre Autos zu lieben. Öffentliche Verkehrsmittel scheint es wirklich kaum zu geben. Und Geschwindigkeitsbegrenzungen auch nicht. Zumindest nicht in der Praxis. Theoretisch gibt es schon die Schilder, auf dessen angezeigte Zahl der Durchschnittsitaliener jedoch nochmal 20-30 addiert. Zum Leidwesen der Radfahrer.
  4. „Toscana!“: Landschaftlich einfach schön und abwechslungsreich. Grüner und farbenprächtiger als im Sommer. Auf jedem Hügel ein kleines Dorf, in dessen eindrucksvollen Gassen man sich leicht verlieren kann. Dazu jederzeit eine prächtige Aussicht auf grosse Felder, entfernte Berge und sogar das blaue Mittelmeer. Abwechslung pur. Und natürlich viel grösser als die kleinen Baleareninseln.

Genug der einführenden Worte. Lasst mich kurz über die Touren berichten. 

Durch das Val d’Orcia – Weltkulturerbe

Radfahrt: San Quirico d’Orcia – Montecchiello – Montepulciano – Pienza – San Quirico d’Orcia, 66.4km, 1156hm, 25.04.2017

Montalcino, Pienza, Montepulciano – insbesondere dem Weinkenner wohlbekannte Orte. Wir wollten entlang dieser eine erste Tour in Angriff nehmen. Gestartet sind wir schliesslich in San Quirico d’Orcia, dass wir mit dem Auto von Castiglione della Pescaia erreichten. Von dort aus radelten wir gemütlich und auf schmalen asphaltierten Strässchen südlich an Pienza vorbei. Immer mit Blick auf das kleine traumhafte Örtchen. Über den Anstieg nach Montecchiello, vorbei an Poggio Oppio und Poggio Piano, gelangten wir nach Montepulciano. Die Anfahrt zu dem kleinen Städtchen auf einem Hügel war beeindruckend, fast malerisch – genauso wie der Schlussanstieg, der uns noch von unserem Mittagessen trennte.

 

Die Weiter- und Rückfahrt planten wir über kleine Strässchen im Norden, auf der Karte ausgewiesene Radwege. Doch es kommt wie immer anders als man denkt. Zuerst haben wir einen Abzweig verpasst, dann wurde die Strasse von asphaltgrau zu schotterweiss. Zu heikel erschien uns das, einen Platten wäre aufgrund der bereits über 40 zurückgelegten Kilometer an dieser Stelle nicht ideal. Also drehten wir um. Die 150hm, die wir nach der Pause in Montepulciano in rasanter Abfahrt mit tollem Blick auf den Lago Trasimeno verloren, mussten wir nun wieder erklimmen. Und aller spätestens jetzt wurde uns klar – die Toskana lebt nicht von hohen Bergen mit langen Anstiegen, sondern eher von kurzen und steilen. 

Zurück in Montepulciano entschieden wir uns dann für den direkten Weg zurück nach San Quirico d’Orcia, der uns zwar immer noch tolle Toskana-Bilder brachte, aber auch jede Menge Autoverkehr. Ein kleiner Zwischenstopp im wohl typischsten Toskanadorf Pienza mit Gelato-Pause war dennoch drin. 

Blick von Pienza mit Ausläufer des Monte Amiata
Blick von Pienza mit Ausläufer des Monte Amiata

Allein durch die Hügel der Maremma

Radfahrt: Castiglione della Pescaia – Tirli – Vetulonia – Castiglione della Pescaia, 63.9km, 1262hm, 26.04.2017

Unser Urlaubsort Castiglione della Pescaia lag direkt am Meer. Das kleine Küstenstädtchen kombiniert toskanischen Charme mit direktem Zugang zum Mittelmeer. Nördlich davon befindet sich ein kleiner Gebirgszug um den Monte Tirli – für mich ein guter Grund der Erkundung.

Für die ersten Kilometer radelte ich parallel zur Küste, bevor die Strasse nach Follonica nach Norden ins Landesinnere bog. Das Wetter war nicht optimal, die Hügel in ein düsteres Grau von Wolken eingehüllt. Als ich die ursprüngliche Küstenstrasse in Richtung Tirli verliess, eine Ortschaft auf fast 500m Höhe, spürte ich eine besondere Atmosphäre. Ich allein auf einer Strasse. Links und rechts von mir bewaldete Hügel, die fast vollends in Nebel versunken sind. Eine unheimliche Ruhe. Aber spätestens als der 4km lange Anstieg begann, war es zumindest mit dieser vorbei. Bei Steigungsprozenten von bis zu 10% hörte ich mich doch eher stärker atmen. Beziehungsweise schnaufen. Durch viele kleine Kurven sowie einigen Serpentinen kam aber sogar ein Passfeeling auf, auch wenn die Überquerung schlussendlich nicht weiter spektakulär war. Aufgrund des Wetters galt das auch für die Aussicht. 

Nach kurvenreicher und windiger Abfahrt (übrigens auf bester Strasse mit hohem Spassfaktor) erreichte ich Ampio. Dort entschied ich mich noch nicht für die Heimfahrt, sondern wählte den längeren Weg über Vetulonia – eine alte etruskische Stadt auf ca. 400m, die immerhin im Lonely Planet erwähnt ist. Nach Bewältigung des zweiten längeren Anstiegs stand nun die Heimfahrt an. Leider waren die eigentlich abfallenden und flachen 20km zurück nach Castiglione starkem Wind ausgesetzt. Entspanntes „Heimrollen“ war das in jedem Fall nicht, eine schöne Tour allemal.

Ardennenfeeling bei Massa Marittima 

Radfahrt: Massa Marittima – Montioni – Montebamboli – Massa Marittima, 43.4km, 789hm, 28.04.2017

Ein letzte Ausfahrt, mit dem Ziel Massa Marittima. Diesmal plante ich die Route sehr genau. Da wir uns am letzten Tag unserer Ferien nicht zu sehr verausgaben wollten, wählte ich ein ca. 40km kurze Runde, die wirklich über kleine asphaltierte Strasse führen sollte und bis auf einen 2,5km langen Anstieg keine grossen Schwierigkeiten bereiten sollte. 

Es kam wieder einmal anders. Der 2,7km lange und auch eher steile Anstieg war nur auf der Auftakt einer Serie von kurz und längeren Stichen, die über die letzten 12km fast 800hm aufsummierten. Einige der Anstiege hatten Passagen jenseits der 15%. Einige der Abfahrten sogar über 20%, sodass selbst das Bremsen anstrengend wurde. Ein wenig fühlte man sich erinnert an die Radsport-Kommentatoren, die das Auf und Ab der Ardennenklassiker in Belgien beschreiben.

Blick auf Massa Marittima - da oben wartet das Mittagessen
Blick auf Massa Marittima – da oben wartet das Mittagessen

Im Nachhinein war die Strecke anstrengender als gedacht, denn eine lockere Runde war es in keinem Fall. Jedoch hat diese Tour insofern am meisten Spass gemacht, da wir wirklich über kleine Wege ohne weiteren Verkehr gefahren sind. Durch traumhafte Landschaft mit Massa Marittima als sehr schönes Städtchen als Ziel.

Massa Marittima - bei klarem Blick sieht man bis zum Mittelmeer
Massa Marittima – bei klarem Blick sieht man bis zum Mittelmeer

Ski Alpin Saison mit Powder beendet!

Ski Alpin: Mürren / Mürren / Corviglia / Mürren / Mürren, 17.04.2017

9:15 oben auf dem Piz Gloria angekommen, die Lawinengefahrenstufe wurde herabgesetzt, die Wetter- und Schneebedingungen hätten besser nicht sein können. Leicht bewölkt mit Sonne. Hinzu kamen fast 20cm Neuschnee, die über Nacht in der Jungfrauregion gefallen sind. Dieser Ostermontagmorgen war besonders. Die sowieso unpräparierte Schilthornabfahrt (immerhin als Schwarz eingestuft und mit 75% die steilste in der Jungfrauregion) liessen wir rechts liegen und wählten die Route über das sogenannte „North Face“ – dem Nordhang des Schilthorns. Zwar keine ausgewiesene Piste, aber dafür unberührter Schnee. Und nachdem ich die ersten Schwünge gesetzt hatte, war dieses Gefühl da. Dieses Gefühl des Schwebens,  dieses Gefühl des „Powderns“ durch den weichen Neuschnee. Ein Gefühl, das süchtig macht. Ein Gefühl, dass sich nur beschreiben lässt, wenn man es erlebt hat.

Aber von Anfang an. Neuschnee? Freeriding? Powder? Vor ein paar Monaten noch undenkbar. Doch alles das sollte sich ändern mit einem Geburtstagsgeschenk, dass mir eine Heliskiing-Tour in den Berner Alpen versprach – entsprechende Form und Kenntnisse im Tiefschneefahren vorausgesetzt. Also versuchte ich jegliche mir bietende Chance zu nutzen, um meine in den vergangen 4 Jahren angelernten Fähigkeiten zu verbessern.

Mürren mit Schnee - alle Pisten befahrbar
Mürren mit eher wenig Schnee – nicht das einzige Mal diesen Winter

Erster Versuch: 30.12.2016 – kaum Schnee

Weihnachten/Neujahr – eine unglückliche Geschichte. Die Schneebedingungen waren schlecht wie selten zu dieser Jahreszeit. Selbst im oberen Schilthorngebiet war das Weiss maximal auf der Piste zu finden. Mehr als ein paar Abfahrten waren nicht möglich. Spass hat es nicht so viel gemacht, zum Einfahren für die Saison war es aber sicherlich hilfreich.

Zweiter Versuch: Zu viel Schnee? 

Keine zwei Wochen später kam es ganz anders. Schnee, fast zu viel Schnee. Die Pisten wurden gar nicht präpariert. Die Lauberhornabfahrt im gegenüberliegenden Wengen sogar abgesagt. Für die Übung im Tiefschnee waren die Bedingungen jedoch genial. Auch wenn ich Schwierigkeiten mit Rhythmus und Balance hatte – das Gefühl vom Schweben konnte ich bereits erahnen. 

Dritter Versuch: Mal was anderes

Als nächstes stand ein Skiweekend mit meinem Team von der Arbeit auf der Agenda. Nicht Mürren dieses Mal, aber Corviglia bei St. Moritz – bekanntlich Heimat der diesjährigen Skiweltmeisterschaften. Ich nutzte die Gelegenheit, mir andere Ski zu mieten. Mal etwas testen, etwas anderes probieren. Und tatsächlich. Es bestätigte sich die mir vorher bereits ins Ohr geflüsterte Annahme, dass ich doch mal das Material wechseln sollte. Etwas grössere Stöcke, etwas kleinere Schuhe – und dazu bestens gewachste Ski mit geschliffenen Kanten. Es liegt bekanntlich nicht nur am Material, ob man gut oder schlecht fährt. Doch einen Unterschied habe selbst ich bemerkt.

Talabfahrt von der Corviglia - mit Blick auf St. Moritz
Talabfahrt von der Corviglia – mit Blick auf St. Moritz

Vierter Versuch: Skitests

Also wurde gewechselt. Skischuhe und -stöcke waren schnell neu gekauft. Für die Ski nahm ich mir 3 Tage Ende Februar, um Mietski zu testen und im besten Fall anschliessend direkt zu kaufen. Head, Stöckli, Salomon – aller guten Dinge sind bekanntlich 3, sodass ich mich für den Salomon All-Mountain-Ski entschied. Dieser soll bekanntlich im Tiefschnee für mehr Auftrieb sorgen. 

Mit neuen Ski macht die Schilthornabfahrt noch mehr Spass
Mit neuen Ski macht die Schilthornabfahrt noch mehr Spass

Fünfter Versuch: Powder pur – auch ohne Heli

Leider konnte ich dies eine Woche später beim geplanten Heliskiing nicht testen. Zu wechselhaft war das Wetter, sodass ich die Mountainbikesaision eröffnete anstatt von der Äbeni Flue abzufahren. Ganz umsonst war der Kauf natürlich nicht. Immerhin gab es noch dieses Osterwochende. Und lange werde ich mich an den Ostermontag im Jahr 2017 zurückerinnern. Die Vorfreude auf die nächste Saison ist in jedem Fall da…

Trailrun „par excellence“

Lauf: Mürren – Winteregg – Oberberg – Panoramaweg – Mürren, 8.2km, 354hm, 15.04.2017

Ostersamstag, Ferienbeginn, Mürren. 3 Worte, die immer nach guter Laune schreien. Wetter spielt dabei keine Rolle. Scheint die Sonne, geht es Biken oder Laufen, schneit es, geht es nochmal auf die Ski. Für Samstagmorgen war noch schönes Wetter gemeldet. Sonne und leicht bewölkt. Der Schnee hatte sich durch die warmen Frühlingstage schon über die 2000m Grenze zurückgezogen. Nur einzelne Schneefelder blieben in schattigen Bereichen. Also, die Laufschuhe angezogen und los ging es.

Locker einlaufen bei leichtem Gefälle Richtung Winteregg, dann abgebogen hinauf über einen wunderbaren Single-Trail zum Oberberg auf ca. 1800m. Dieser fast 1.2km lange Anstieg über Stock und Stein liess mein Herz höher schlagen – im doppelten Sinne. Die Freude wuchs, mein Puls auch. Doch ich fühlte mich fit.

Alles dabei in den Bergen - Nebel, vereinzelte Schneefelder, Blumen auf dem Weg und ein schöner Trail
Alles dabei in den Bergen – Nebel, Schneefelder, Blumen und ein schöner Trail

Oben angekommen konnte ich mich der vielen Frühlingsblumen erfreuen, die die triste Landschaft der „Nachskisaison“-Wiesen deutlich auffrischte. Von dort aus wählte ich den Weg zurück nach Mürren. Der abfallende Trail erforderte höchste Agilität, sodass man einen sicheren Tritt zwischen den Wurzeln und Steinen findet. Aber genau das macht bekanntlich das Trailrunning aus. Vor Mürren bog ich doch nochmal hinauf auf den Panoramweg und schloss die Runde über das Blumenthal ab.

Während die Pisten bei Mürren schon vollständig geschlossen (da nur noch Wiese) sind, fahren die Lifte am Schilthorn noch. Und auf den Ostersonntag soll es nochmals schneien…

Laufziele für Lauftrek

Ziele muss man sich bekanntlich setzen. Nicht nur für die Rad-, sondern auch für die Laufsaison. Nachdem ich letztes Jahr mein Ziel mit 500km pro Jahr deutlich verpasst habe, sollte es dieses Jahr schon klappen. Das wären ca. 42km pro Monat. Leider hänge ich jetzt bereits schon wieder hinterher. 90km sind es bisher (Stand: 14.04.2017), 52km hinter dem Durchschnitt. 

Aber es kommt bekanntlich nicht nur auf die Länge an, sondern auch auf die Qualität. Ein Ziel in meinem Kalender: Sierre-Zinal. 31km durch die Walliser Alpen. Am 13.8.2017. Dafür muss trainiert werden. Also schnürte ich seit Anfang April wieder öfter die Laufschuhe.

Spontaner Birslauf

Lauf: Birslauf, 10km, 30hm, 01.04.2017

Ein Wettkampflauf, ohne Anmeldegebühr, direkt in meiner dritten, vierten oder fünften Heimat Birsfelden bei Basel. Was kann es besseres für einen spontanen Start geben? Über die perfekte „Formtest-Länge“ von 10km habe ich 2013 bei meinem ersten Versuch laut Datasport 42:38 gebraucht. Da ich dieses Mal fast ohne Vorbereitung an den Start ging, wusste ich nicht, was ich zu erwarten hatte, sprich mit welcher Zeit ich zurechnen hatte. Grundsätzlich gilt: 10km flach sind hart. Zu lang, um als sprintorientierte Kurzdistanz zu gelten. Zu kurz, um es als „Ich starte mal langsam und steigere mich“-Ausdauerlauf zu sehen.

Spass machte es trotzdem. Nachdem ich beim Start erstmals an vielen gemütlicheren Gleichgesinnten vorbeilaufen musste, fand ich nach ca. 3km meine Gruppe. Mit ungefähr 4:15 pro Kilometer liefen wir die Birs hinauf und dann wieder hinunter. Und nach 42:21 lief ich dann ins Ziel – netto 41:56. Eine sehr passable Zeit gemessen an dem wenigen spezifischem Training. Unglücklich war jedoch dabei, dass mit mangelndem Training der Muskelkater auch verlängert wird, der mich in den nächsten vier Tage noch begleitete.

Wald von „Vielau“ – ohne Kopfsteinpflaster

Lauf: Vielauer Wald – Single Trail Runde, 5.7km, 123hm, 08.04.2017

Das nächste Mal schnürte ich die Laufschuhe fast eine Woche später – beim Besuch in meiner ersten Heimat Vielau. Diesmal aber mit viel weniger Ambitionen. Es sollte ein Waldlauf sein. Einfach, locker, zum Durchatmen. Die etwas längeren Arbeitszeiten im Büro schrieen förmlich nach Ausgleich. Und so rannte ich meine Lieblingssingletrailrunde im Vielauer Wald. Gleich zweimal. Nicht sehr innovativ, aber trotzdem angenehm.

Besonders schön empfand ich an diesem Morgen den Abschnitt, der von der Waldwiese direkt in den Wald führt. Die Schneise, die der Weg durch den Bäume macht, erinnerte mich stark an die berühmte Kopfsteinpflasterpassage von Paris-Roubaix – dem Wald von Arenberg. Vielleicht sollte man auch mal ein Radrennen durch den Vielauer Wald durchführen…

Wald von Vielau
Single Trail im Vielauer Wald erinnert an den „Wald von Arenberg“

 

Radsportsaison – offen!

Mountainbike: Zürich – Ringlikon – Uetikon – Schlieren- Zürich, 30km, 767hm, 05.03.2017
Radfahrt: Zürich – Wädenswil – Rapperswil – Meilen – Zürich, 65.7km, 121hm, 12.03.2017

Es ist März. Und für gewöhnlich starten die Radprofis ihre Saison in Europa. Seit meiner Kindheit sind Strade Bianche, Paris-Nizza und später Mailand-San Remo sozusagen mein persönlicher Start in den Frühling. Und auch ich habe mich an den beiden ersten Märzwochenenden gegen eine weitere Skiausfahrt entscheiden (und davon gab es einige dieses Jahr) und für die Eröffnung meiner Radsportsaison.

Für die erste Ausfahrt nahm ich das Mountainbike. Sicherlich wollte ich nicht übertreiben. Eher „Kilometer machen“. Das Wetter geniessen. Auch nicht zu kompliziert. Sondern vermehrt breite Radwege. Mein Lieblingsspielplatz der Gegend, der Uetliberg, bot sich nur zu gut dafür an. Gestartet über bekannte Wege bin ich jedoch nicht bis zum Gipfel gefahren, sondern bog nach dem Anstieg über den Schlittelweg Richtung Ringlikon/Uitikon ab. Auf neuen Routen sozusagen. Und die breiten Wege auf den nördlich auslaufenden Hügeln des „Uetligebirgszugs“ machen Spass. Das ganze ist nicht wirklich technisch oder kompliziert, aber das war ja auch nicht mein Ziel. Und mit 30km und und 767hm war das definitiv ein ordentlicher Auftakt.

Der Fönwind treibt die Wolken aus den Bergen ins Mittelland
Der Fönwind treibt die Wolken aus den Bergen ins Mittelland

Nur eine Woche später herrschte wieder frühlingshaftes Wetter. Diesmal wurde das Rennvelo eingefahren. Das Motto glich dem der Vorwoche. Lieber etwas mehr Kilometer, so um die 60, aber nicht zu viele Höhenmeter. Zwar überlegte ich mir vor dem Start eventuell einen Abstecher auf die westlichen Höhen des Zürisees zu machen (in der Gegend von Samstagern, Menzingen und Hirzel), doch als ich bei Wädenswil durchfuhr, entschied ich mich für eine Seerunde. Mir war zwar bewusst, dass das Null Höhenmeter bedeutete, aber immerhin fast 70km. Und den Puls konnte ich allemal durch Intervall-Sprints hochbringen. Das machte Spass und Freude auf mehr.

Der Zürisee - mit Rapperswil sowie den Toggenburger und Glarner Alpen im Hintergrund
Der Zürisee – mit Rapperswil sowie den Toggenburger und Glarner Alpen im Hintergrund

Stichwort ‚mehr‘: Da ich letztes Jahr 1800km angestrebt habe und diese deutlich verpasste, setze ich mir dieses Jahr ein realistischeres Ziel mit 1500km per Ende 2017. Im Monatsdurchschnitt hinke ich zwar schon etwas hinterher, jedoch hat die Radsportsaison nach meiner Definition erst jetzt begonnen. Daher plane ich folgende Zwischenziele: ich will per Ende März auf 150km kommen, per Ende April auf 500km, per Ende Juni auf 800, per Ende August auf 1200 und per Ende Oktober auf 1500km. Da ich noch keine Wettkampfplanung für 2017 gemacht, sind diese „Meilensteine“ sicherlich noch nicht in Stein gemeisselt. Aber soll man sich ja Ziele setzen – auch für eine Radsportsaison.

Einmal im Jahr… und dann Muskelkater

Skilanglauf: Einsiedeln Trachslau / Bolzberg, 19.2km, 319hm, 12.02.2017

Samstag, 18.02.2017. Ich bin in Basel und wache am Morgen auf. Ich freue mich, denn am Abend werde ich zu einem Konzert von The XX gehen. Eine meiner Lieblingsbands. Aber ich bin aus einem weiteren Grund froh. Muskelkater! Nicht weil er da ist, sondern weil er weg ist. Nach fast einer Woche. Das hat man davon, wenn man sich nur einmal im Jahr Skilanglauf versucht.

Rückblick: Eine Woche davor. Kein Skifahren. Zumindest nicht mit den breiten Brettern. Zu zweit brechen wir nach Einsiedeln auf – in das wohl best erschlossene Skilanglaufgebiet im Umland von Zürich. 2x fast 25km Loipen, präperiert und gespurt für klassisch und Skating. Während ich mich letztes Jahr noch an das mir bis dahin unbekannte Skating gewagt hatte, war dieses „Jahr“ wieder klassisch dran. 

Perfekt präparierte Loipen auf dem Weg nach Trachslau
Perfekt präparierte Loipen auf dem Weg nach Trachslau

Die Ski liehen wir aus und trotz kleiner Probleme beim Anschnallen, waren wir kurz nach 10Uhr Sonntagmorgen ready für unser Loipenabenteuer. Und nach wenigen Sekunden sassen wir das erste Mal auf dem Hosenboden. Die Ski sind doch irgendwie anders. Anders als Abfahrtski, aber auch anders als Skatingski. Doch auch daran gewöhnten wir uns schnell. Schön gleiten. Links, rechts, links, recht und dann und wann ein Doppelstockschub.

Kritisch wurde es gewöhnlich auf den Abfahrten. In der Spur kann einfach nicht gebremst werden, sodass man in der darauffolgenden Kurve für gewöhnlich den nächsten blauen Fleck holte. Mit der Zeit wurde es besser, man bekam so etwas wie Gefühl und vor jeder Abfahrt sind wir fast schon gekonnt ausgespurt. Nach der ersten Runde hing ich noch eine zweite ran (während die Freundin eine Ovomaltine in der Beiz genoss), sodass nach guten 2 Stunden Skilanglauf 20km zusammenkamen – und das bei bestem Wetter.

Ein perfekter Sonntag und somit ein guter Start in die neue Woche. Der Muskelkater hätte erspart bleiben können. Aber das kommt davon, wenn man nur einmal im Jahr Skilanglauf fährt.

Bei genauem Blick auf Einsiedeln kann man das Kloster erkennen
Bei genauem Blick auf Einsiedeln kann man das Kloster erkennen