Sprintdistanz beim Zürich Triathlon

Triathlon: Zürich Strandbad Mythenquai – Landiwiese – Kilchberg – Hafen Enge, 0.5km/20km/5km/, 84m, 29.07.2017

Wettkämpfe in Ausdauersportarten habe ich mittlerweile nun doch einige bestritten. Stadtläufe, Bergläufe, Teilstrecken von Triathlons. Genau zählen mag ich sie nicht mehr. An die Königsdisziplin, dem Triathlon, habe ich mich jedoch als Einzelstarter noch nicht gewagt. Zu unkomfortabel fühlte ich mich im Schwimmen – nicht einmal über die sogenannte Sprintdistanz mit „nur“ 500m Schwimmanteil.

Nach mehreren besuchten Schwimmkursen während des letzten Winters konnte ich mittlerweile solide kraulen, zwar nicht schnell, aber solide. Eigentlich war jetzt die Tür offen für den ersten Triathlon. Also streichen wir das „eigentlich“ und rein ins kalte Wasser gesprungen, einfach mal die Sprintdistanz probieren. Und wo geht das besser als direkt vor der Haustür beim jährlichen Zürich Triathlon.

Die Vorbereitung

7:00Uhr, Check-in in die Wechselzone: Das Rennrad wurde bei Startnummer 1466 bereitgestellt. Daneben ein Handtuch mit den Rennradschuhen sowie den Laufschuhen. Dazu kamen Handtuch, Velo- bzw. Renntrikot, Startnummer, Sonnenbrille, Helm sowie etwas Trinken und Essen. Und zwar in der Reihenfolge, wie es am effizientesten bei den späteren Wechseln funktionieren sollte.

7:45Uhr, kurz vor dem Schwimmstart: Entgegen der Entscheidung vieler anderer wählte ich den Neoprenanzug. Das Ausziehen beim ersten Wechsel würde mir zwar etwas Zeit kosten, dafür gewinne ich durch den Neo an Wassergefühl und Sicherheit beim Schwimmen selber. Das hilft dem Körper als auch dem Kopf. Die Aufregung steigt.

Das Rennen

8:00Uhr, Startschuss (0.5km): Es ist schon ein cooles Gefühl, wenn hunderte Schwimmer in den Zürichsee stürmen, sobald der Startschuss erklingt. Natürlich habe ich mich in den hinteren Reihen eingeordnet. Immerhin benötigen die besten Schwimmer nur knapp die Hälfte meiner anvisierten Zeit. Vielleicht sollte ich beim nächsten Mal zusätzlich etwas ausserhalb der Meute starten. Zu häufig bin ich vor mir jemanden in die Füsse geschwommen oder jemand hat mich an meinen eigenen berührt. An ein rhythmisches Kraulen war nicht zu denken. Doch das Zwischenziel kam trotz des ständigen Wechsels zwischen Brust- und Kraulstil immer näher.

Ca. 8:15Uhr, Wechsel auf das Rennrad (20km): Geschafft! Nun raus aus dem Wasser. Die ersten Schritte fühlten sich seltsam an, bevor ich anschliessend langsam meinen Neoprenanzug abstreifte. Dann schnell zu meinem Rennrad, auf das Handtuch gesetzt, Neo ausgezogen, Socken an, Schuhe an, Trikot an, Brille an, Helm auf und zugemacht. Und weiter geht es. Nach dem Verlassen der Wechselzone habe ich mich auf mein Velo geschwungen und bin losgetreten. Das Ziel war jetzt, mit möglichst hoher Trittfrequenz ein gleichmässiges Tempo vorzulegen und sich langsam steigern. Die Strecke war platteben und durch die zahlreichen Starter (zu der ab der zweiten Runde auch die Junioren/Juniorinnen und Frauen dazustiessen) genoss jeder Teilnehmer zumindest etwas Windschatten – auch wenn dies offiziell verboten war. Mein Plan ging schlussendlich auf. Ohne auf der letzten Rille zu fahren, brauchte ich für die 20km etwas mehr als 30min und kam auf die angepeilte Durchschnittsgeschwindigkeit von über 35km/h.

Ca. 8:50Uhr, Wechsel auf die Laufstrecke (5km): Die ersten Schritte müssen ulkig ausgesehen haben, nachdem ich vom Velo abgesprungen bin. Gewohnt von der hohen Trittfrequenz haben meine Knie haben förmlich aneinander geschlagen. Gestürzt bin ich glücklicherweise nicht und den Wechsel in die Laufschuhe konnte ich schnell vollziehen. Die 5km waren relativ unspektakulär. Die bisherigen Anstrengungen, die ich bis dahin nicht so stark gespürt habe, merkte ich aber jetzt doch deutlich. Ich zählte die Kilometer, holte noch einige Läufer vor mir ein und nach knapp über 20min bog ich auf die Zielgerade ein.

Ca. 9:14Uhr, Zieleinlauf: Froh bin ich schon gewesen, als ich schliesslich das Ziel erreichte. Viel Energie hatte ich nicht mehr im Tank, sodass ich nicht zum berühmt berüchtigten Zielsprint ansetzte. Schlimm war das nicht. Mit einer Zeit von 1:14,06 überquerte ich die Ziellinie an 46. Position in meiner Altersklasse (20-34 Jahre) – von 117. Das ist ok, wenn man bedenkt, dass ich nach dem Schwimmen unter ferner Liefen und als einer der langsameren gewechselt habe.

Das Fazit

Viel wichtiger als die Platzierung: Es hat unheimlich viel Spass gemacht. Der Disziplinenwechsel sorgt nicht nur für Abwechslung bei den Sportarten selber, sondern bringt durch den Wechsel selber eine weitere, insbesondere mentale Komponente ins Spiel. Was ziehe ich für welche Disziplin an? Was brauche ich zuerst? Wo lege ich mir Essen und Trinken bereit? – all das muss bedacht und geplant werden. Cool. Es wird vermutlich nicht der letzte Triathlon gewesen sein.

Erster Triathlon gemeistert - entspannt kann ich nun weiteren Startern zu schauen
Erster Triathlon gemeistert – entspannt kann ich nun weiteren Startern zu schauen

Vom Jungfraujoch zur Mönchsjochhütte

Wanderung: Jungfraujoch – Mönchsjochhütte – Jungfraujoch, 4km, 320m, 16.07.2017

Es gibt Wanderungen und es gibt Wanderungen. Solche und solche. Solche, bei denen man über idyllische Wiesen und Wälder durch die Berge wandert, mit stetigem Blick auf die umliegenden Bergriesen. Und solche, bei denen man direkt bei den Bergriesen durch eine Welt aus Schnee und Eis stiefelt, bei ungemütlichem Wind und Wetter, auf Höhen über 3000m. Und selten liegen diese beiden Welten so nah beieinander wie im Berner Oberland. An einem Tag (Samstag) noch eine typische Mürrener Panoramawanderung über das Alpdreigestirn Spilboden-, Schilt- und Suppenalp. Am nächsten Tag inmitten der wilden Welt aus Schnee und Eis inmitten des berühmten Bergdreigestirns Eiger, Mönch und Jungfrau (Sonntag).
 
Und möglich macht das die seit 1923 existierende Bahn auf das Jungfraujoch, welche ich mit Freundin und Familie in Angriff nahm, um anschliessend bis zur Mönchsjochhütte zu wandern. Nicht so spektakulär und lang wie letztes Jahr bei der Tour der „Berner Haute Route“, aber dennoch aufregend. Nach pünktlicher Ankunft um 9:05Uhr auf dem 3554m Jungfraujoch starteten wir unsere Wanderung zur Mönchsjochhütte für ein vorgezogenes Mittagessen.
 
Blick über den Jungfraufirn auf das in Wolken gehüllte Aletschhorn - auf dem Weg vom Jungfraujoch zur Mönchsjochhütte
Blick über den Jungfraufirn auf das in Wolken gehüllte Aletschhorn
Obwohl mit Blau als Gletscherroute markiert, ist der mit einem Radtruck präparierte Weg fast eben und ohne grössere Schwierigkeiten begehbar. Natürlich immer gutes Wetter, sprich Trockenheit und ausreichend Sicht vorausgesetzt. Apropos Wetter: Das noch am Vortag angekündigte Kaiserwetter wollte sich doch nicht durchsetzen und so zogen vereinzelte dickere Wolken durch, die uns etwas die Aussicht beraubten. 
 
Das soll aber der Sympathie für und Freude über diese Welt aus Schnee und Eis nicht trüben. Nach einer knappen Stunde erreichten wir die Mönchsjochhütte. Und es ist schon etwas besonderes, sein Z’Mittag auf 3650m über Meer einzunehmen. Der Menschenschlag in der Hütte ist übrigens gemischt. Natürlich sagten viele der Gletscherwanderer und Bergsteiger „Grüezi“, jedoch befanden sich auch einige Turnschuhträger unter den Gästen. Nachvollziehbar, wenn man die Touristenmassen sieht, die täglich auf das Jungfraujoch strömen. Von denen können natürlich auch einige das Schild lesen „Mönchsjochhütte, 45min“. Dass sie ohne richtiges Schuhmaterial doch ziemlich nasse Füsse bekommen, steht natürlich nicht angeschrieben. 
 
Und das ganze Ausmass des Touri-Ziels bemerkten wir erst bei der Rückkehr zum Joch. Ein Mischmasch aus Chinesen, Japanern, Indern und weiteren Asiaten. Nur der guten und erfahrenen Organisation der Mitarbeiter der Jungfraubahn haben wir es zu verdanken, dass wir geordnet zurück wieder in die heile Bergwelt des Lauterbrunnentals gelangten.
 
Der grösste Eisstrom der Alpen, der Aletschgletscher, vom Jungfraujoch
Der grösste Eisstrom der Alpen, der Aletschgletscher

Mürren im Doppelpack – Gourmetausflug inklusive

Es war wieder einmal so weit – ein Wochenende in Mürren stand bevor, dem autofreien Bergdorf im Berner Oberland, direkt vor der prominenten Kulisse von Eiger, Mönch und Jungfrau. Aufgrund der heutigen flexiblen Arbeitsgestaltung sind wir schon am Donnerstagabend angereist. Nach getaner Arbeit am Freitag, sprich „Home Office“ – wohlgemerkt mit ständigem Blick auf das Berner Dreigstirn – war ein kleiner Spaziergang angesagt. Nur eine Vorgeschmack auf ein bergiges Wochenende…

Zur Rotstockhütte – zum Einkehren

Wanderung: Mürren – Suppenalp – Schiltalp – Wasenegg – Rotstockhütte – Bryndli – Spielbodenalp – Mürren, 15.0km, 932hm, 08.07.2017

Mürrens Panorama in speziellem Licht - Eiger, Mönch und Jungrau
Mürrens Panorama in speziellem Licht – Eiger, Mönch und Jungfrau

Was folgt nach einem kleinen Spaziergang? Ein grosser Spaziergang. Oder eben eine kleine Wanderung. Das Schöne ist, dass wir Länge und Schwierigkeit mittlerweile spontan im Schilthorngebiet entscheiden können. Erstens gibt es unendlich viele Kombinationen von Wanderwegen. Zweitens kennen wir sie mittlerweile alle. Oder auch nicht.

Während wir schnell durch das Blumental und über die Suppenalp zur Schiltalp gelangten, hatten wir nun die Qual der Wahl, um unser Ziel der heutigen Etappe zu erreichen. Denn die Rotstockhütte, welchen wir für einen kleinen Mittagssnack anvisierten, lag direkt hinter der Wasenegg und ist auf 4 unterschiedlichen, aber direkten Wegen erreichbar. Wir entschieden uns für einen mir unbekannten Pfad – über den Tistelwang.

Kurz spielten wir sogar mit der Idee, bis zum Grauseewli weiter zu „kraxeln“ – doch der Hunger war grösser und wir schlugen den direkten Weg zur Hütte ein. Schnell passierten wir die Wasenegg und stürmten ins Sefinental hinunter, wo wir wir alle anderen Wandertouristen hinter uns liessen, um uns einen guten Platz in der Hütte zu sichern. Und nicht nur den bekamen wir, sondern auch eine liebevoll und herrlich geschmückte Käse-Speck-Platte sowie eine leckere Tagessuppe. Wahnsinn!

Höchstes Qualität und geschmackvolles Design - Mittag an der Rotstockhütte
Höchstes Qualität und geschmackvolles Design – Mittag an der Rotstockhütte

Der anschliessende Rückweg und Abstieg über das Bryndli fiel somit noch leichter, auch wenn das Essen anfangs noch im Bauch zu spüren war.

Im Frühtau zu Berge…

Lauf: Mürren – Winteregg – Mountain View Trail – Mürren,  11.1km, 392hm, 09.07.2017

„Morgenstund hat Gold im Mund“. Oder „Der Frühe Vogel fängt den Wurm“. Oder „Wer zuerst kommt, mahlt zu erst“. Das funktioniert auch an einem Sonntag. Noch vor dem Frühstück schnürte ich diesmal die Laufschuhe – immerhin stand noch ein paar Stunden Hausarbeit sowie eine dreieinhalbstündige Rückfahrt zurück nach Zürich an. Dann gelten oben aufgezählte Redewendungen gleich doppelt.

Also, eine kleine Banana gegessen, etwas Wasser getrunken und los ging es. Ich startete mit Einlaufen, da ich doch bekanntlich Mühe mit hoher Intensität am Morgen habe. Mir entgegenkommend wählte ich die leicht abschüssige Route bis Winteregg, wo ich mich wegen des Weges entscheiden wollte. Weiter nach Grütschalp, weiter abschüssig? Oder, und so kam es auch, hoch Richtung Oberegg und Saustal? 

Ich entschied mich für letzteres, auch wenn ich den Weg von der ersten Trailrunningtour des Jahres in etwa kannte. Zwar stieg der Pfad nun leicht an, doch mein Körper wachte langsam auf und mein Herz auch. Als ich nun beim nächsten Abzwei in Richtung Saustal weiterlief, stieg die Freude umso mehr. Erst passierte ich einen herrlichen Farnwald, dann den kleinen Staubbach (der im weiteren Verlauf zum berühmten Staubbachfall vor Lauterbrunnen wird). Schlussendlich gelangte ich bei der Pletschenalp auf den Mountain View Trail. Dieser ist ein herrlicher Panoramaweg, der von Grütschalp nach Mürren führt und normalerweise ständig Ausblick auf Eiger, Mönch und Jungfrau gibt.

 

Auch wenn das Wetter an diesem Morgen nicht mitspielte – der Weg war perfekt. Trailrunning pur. Und als ich wieder in Mürren ankam, hatte ich 11.1km, 392hm und ca. 1:14h zurückgelegt. Ein umfangreicheres zweites Frühstück hatte ich mir somit verdient…

Die „perfekteste“ Laufrunde hinter Zwickau

Lauf: Vielauer Wald – Hasslauer Höhe – Lutherhöhe – Silberstrasse Wald – Friedrichsgrüner Höhe – Vielauer Höhe, 12.3km, 309hm, 02.07.2017

Es war wieder einmal soweit. Wie früher über heimatliche Wege im Hinterland von Zwickau laufen. Oder wie in den beiden Artikeln Homeland run und Entdeckungstour durch das Zwickauer Hinterland letztes Jahr. An einem herrlichen Sonntagvormittag am ersten Juliwochenende verband ich schon mal gelaufene zwei Routen zu einer 12.3km-Runde, die dadurch wie die Faust aufs Auge zum Blogtitel Lauftrek passte. Laufen auf einem Track, also einem nicht befestigten (d.h. nicht asphaltierten) Weg.

Wenig überraschend startete ich dabei durch den Vielauer Wald. Auf dem Hauptweg gelangte ich nach Hasslau, vorbei am Sandberggymnasuum wählte ich den Pfad zurück zur Vielauer Höhe. Über den Abstieg nach Bogenstein und dem bekannten kurzen Stich zur Autobahn erreichte ich die Lutherhöhe. Der anschliessende Höhenweg bis zur Einsamen Eiche ist zwar im Sommer etwas verwachsen, aber dennoch laufbar. Den Wegweiser abwärts folgend (immerhin befand ich mich jetzt auf einen offiziellen Wanderweg) konnte ich mich auf dem Singletrail bis zum Bergweg von Silberstrasse austoben, bevor ein ca. 1km langes Asphaltstück bis zum Ortsausgang bewältigt werden musste.

Eine einsame "Eiche" zwischen Lutherhöhe und Silberstrasse
Eine einsame „Eiche“ zwischen Lutherhöhe und Silberstrasse

Nur durch meine mittlerweile vorhandene Ortskenntnis wusste ich, wie ich den Wanderweg im Wald wiederfand. Spaßig war der Lauf durch das kniehohe Gras (immerhin bin ich allergisch auf Gräser) nicht. Und auch die Fortsetzung des Wanderweges war mit einigen kleineren Kämpfen durch das Gestrüpp verbunden. Anscheinend ist dieser Teil des Weges nur selten belaufen, was sich durch das ob mir erschrockene Eichhörnchen bestätigte. Vermutlich ist es doch sehr lange schon keinem Menschen mehr begegnet. Erst nachdem ich einen kleinen Waldbach passiert habe, wurde die Wege wieder befestigter und laufbarer, bis ich schließlich auf der Friedrichsgrüner Höhe den Wald wieder verliess. Der anschliessende Heimlauf über die Vielauer Höhe konnte ich ohne Hindernisse, aber mit viel Freude zurücklegen.

Unglaubliche Farben auf der Vielauer Höhe
Unglaubliche Farben auf der Vielauer Höhe

Fazit: Die Route ist grossartig – ein Geheimtipp in der Region Zwickau. Eine abwechslungsreiche Runde über fast 12.5km, die durchaus auch als kleine Wanderung begangen werden kann. Schade, dass teilweise beschilderte Wege verwuchert sind. Aber eine lange Hose oder die anschliessende Zeckenkontrolle helfen.

Die Getreide ist in seine vollen Blüte - mit Blick auf Zwickau
Die Getreide ist in seine vollen Blüte – mit Blick auf Zwickau

Trailrun auf den Grossen Mythen – eher Trail als Run

Lauf: Schwyz – Holzegg – Grosse Mythen – Holzegg – Haggenegg – Schwyz, 22.2km, 1670hm, 18.06.2017

Ein Wochenende „frei“. Nach unzähligen Wochenenden, die mit Tennisinterclubmatches, Familienreisen, Hochzeiten oder anderen Festanlässen belegt waren, konnte ich mich am 17. und 18.06. (fast) ausschliesslich auf sportliche Aktivitäten konzentrieren. Nachdem ich Samstag doch auch dazu genutzt habe, die Wohnung etwas aufzuräumen sowie an einem weiteren Geburtstagsfest teilzunehmen, fokussierte ich mich Sonntag ganz auf den Sportausflug. Ich wählte die Aktivität des Berglaufs, verenglischt auch „Trailrun“ – sozusagen die puristischste der Lauftrek-Sportarten.

Doch welcher Berg sollt es sein? Oder doch besser nur ein Höhenweg? Mit oder ohne Bergbahn? Wie schwierig? Wie steil? Wie viele Touristen? Wie komme ich da hin? Nach einer spannenden Phase der Evaluation entschied ich mich für den „Grossen Mythen“, einen Berg unweit von Schwyz und des Vierwaldtstätter Sees. Ohne Seilbahn. Steil. Technisch anspruchsvoll. Und vielleicht doch mit ein paar Touristen. Aber gut von Zürich mit dem Zug erreichbar. 

Der Grosse Mythen (rechts) und sein "kleiner Bruder" (links)
Der Grosse Mythen (rechts) und sein „kleiner Bruder“ (links)

In Schwyz angekommen kontrollierte ich die Ausrüstung. Der Rucksack war halb gefüllt mit etwas zu trinken, ein paar Riegel zum Essen, Wechselklammotten und natürlich der Fotokamera. Ich folgte den gelben Wanderwegschildern Richtung Gipfel und hatte mich schnell eingelaufen – und auch verlaufen. Anstatt die Abzweigung zum Holzegg zu nehmen, bewegte ich mich erst durch die Wohnausläufer der Stadt bevor ich wieder auf den eigentlichen Wanderweg kam. Aufgrund der doch schon beachtlichen Höhenmeter als auch der bereits hochstehende Sonne (es war 10.30Uhr morgens) war es jetzt bereits eine schweisstreibende Angelegenheit. Angenehmer wurde es, als ich den schattigen Waldwanderweg endlich gefunden habe – auch wenn aufgrund der Steilheit ans Rennen nicht mehr zu denken war. 

Nach ca. 75min und bewältigten 800hm erreichte ich Holzegg und nahm mir ein paar Minuten für eine erste kurze Verpflegungspause. Alleine war ich übrigens nicht. Durch die Seilbahn, die aus Brunni hier oben ankommt, haben sich doch einige „Touristen“ an diesen schönen Ausflugsort verirrt. Und einige nahmen auch den Aufstieg zum Grossen Mythen in Angriff. Dieser war übrigens sehr beeindruckend. Ziemlich steil an der Felswand entlang schlängelte sich ein kleiner Pfad über 47 Wanderserpentinen bis zum Gipfel hoch – teilweise mit Drahtseilen und Halterungen gesichert. Ans Rennen war nun gar nicht mehr zu denken, wäre aber auch nicht besonders effektiv. Und sowieso, bei zügigem Wandern befand sich mein Puls bereits jenseits der 160 Schläge pro Minute.

Es dauert keine 45min bis ich den Gipfel auf 1898m erreichte. Und ja, ich war nicht der einzige, aber der Ausblick war überwältigend. Da der Gipfel ähnlich – und der Vergleich hinkt natürlich – des Matterhorns allein stehend ist, bekommt man ein volles 360°-Panorama mit bekannten Schweizer Gipfeln wie Titlis, Pilatus oder Rigi geboten. Gleichzeitig kann man vielzählige Schweizer Bergseen entdecken. Neben dem Vierwaldtstättersee, der sich zu meinen Füssen ausbreitete, erspähte ich noch Sihlsee, Lauerzersee, Zugersee und Aegerisee. Und eine Hütte gab es hier oben auch – schön!

Ausblick vom Gipfel Richtung Schwyz und Vierwaldtstättersee
Ausblick vom Gipfel Richtung Schwyz und Vierwaldtstättersee

Der Abstieg war natürlich Trailrun-Freude pur, wenn auch intensiv für die Muskulatur. Zurück in Holzegg nahm ich anschliessend über den nördlich gelegenen Haggenegg den Rückweg auf. Schöne gleichmässige Waldpfade sorgten jetzt für ein angenehmeres Joggen, obwohl die Beine schwerer und schwerer wurden. Der Abstieg von Haggenegg nach Schwyz zog sich doch länger als ursprünglich gedacht. Und obwohl ich auf den letzten Kilometern in Schwyz selber nochmals den Turbo anwarf, verpasste ich leider den Direktzug nach Zürich um 3min. Etwas ärgerlich nach über 22km Trailrun und fast 4h Laufzeit. Somit blieb aber wenigstens etwas Zeit für einen leckeren Snack und etwas Eistee zur verdienten Erfrischung.

Längere Radtour bis ins Zürioberland

Radfahrt: Zürich – Zollikerberg –  Uster / Greifensee – Pfäffikon / Pfäffikersee – Hinwil / Bachtel / Wald – Stäfa – Zürich, 90.5km, 901hm, 11.06.2017

Yes! Den Aufstieg im Tennis geschafft. Souverän, aber nicht deutlich konnten wir auf den Kunstrasenplätzen des TC Grünfelds mit einem 5:4-Sieg den Wiederaufstieg in die 1. regionale Liga sichern. Freude herrschte, sodass ich mir als Belohnung am Folgetag den Sonntag für einen Veloausflug reservierte.

Endlich mal wieder das Rennrad ausgepackt und sogar eine neue Strecke ausgesucht. Im Gegensatz zu den meisten meiner Standardrouten begann ich diesmal auf der anderen Seeseite und fuhr Richtung Zürioberland. Über Zollikon und Zollikerberg gelangte ich zum Greifensee, ein wirklicher Geheimtipp. Weitaus kleiner als der Zürichsee, aber auch viel weniger bebaut. Mit perfektem Ausblick auf die Glarner Alpen und das Zürich Oberland eignet er sich perfekt für Tagesausflüge zum Inline-Skaten, Joggen, Wassersport oder eben Velofahren.

Segelregatta im Greifensee mit Glarner Alpen im Hintergrund
Segelregatta im Greifensee mit Glarner Alpen im Hintergrund

Das nächste Ziel war der Pfäffikersee. Nochmal kleiner als der Greifensee scheint dieser eher für Camper reserviert, für Sportaktivitäten ist er doch etwas zu klein. Aber gross verweilen wollte ich hier sowieso nicht, immerhin stand noch ein Anstieg am Fusse des Bachtels auf dem Plan. Dieser erforderte dann auch maximale Leistungsfähigkeit. Obwohl sich die Länge zwar nur auf knappe 4km beschränkte, stellte dieser Hügel mit einer durchschnittlichen Steigung von über 9% nach über 45km doch eine anstrengende Herausforderung dar.

Nach einer Passmahlzeit trat ich den Rückweg über den Zürichsee an. Nur der teilweise starke Gegenwind trübte etwas meine gute Laune. Statt einer entspannten, flachen Heimfahrt, quälte ich mich die letzten 30km mit einem 22er Schnitt das östliche Seeufer entlang. Meiner Freude über das Wochenende inklusive des Aufstiegs im Tennis und einer 90km-Radausfahrt ins Zürioberland tat es jedoch keinen Abbruch.

 

Sonntag nach dem Tennis – mehr als ein GA1-Lauf, aber das virtuelle Ziel verfehlt

Lauf: Zürich See – Uetliberg – Zürich See, 17,2km, 639m, 14.05.2017

Nichts neues bringt der Mai. Jahr für Jahr stehen Tennismatches im Mai an. Dieses Jahr durfte ich mich seit langem wieder einmal Kapitän nennen – wenn auch nur der 2. Mannschaft in der 2. (regionalen) Liga. Da das Tennis auf diesem Niveau nicht so gross ist, kann ich mehr auf andere sportliche Aktivitäten konzentrieren. So getan am Sonntag, dem 14.05.

Wechselhaftes Wetter am Uetliberg - beeindruckende Stimmung
Wechselhaftes Wetter am Uetliberg sorgt für eine beeindruckende Stimmung

Aufgrund des wechselhaften Wetters entschied ich mich gegen das Rennrad und für das Laufen. Alle meine letzten Läufe waren eher lockere Joggingeinheiten mit geringer Intensität und Dauer – sogenannte GA1-Läufe, die auf Grundlagenausdauer sowie Regeneration abzielen (Puls zwischen 60%-70% des max. Herzfrequenz). Gut, aber nicht spektakulär. An diesem Sonntag sollte es wieder mal etwas längeres werden – und da bietet sich natürlich Uetliberg als Zürichs Hausberg an.

Über meine Standardstrecke, den Höcklerweg, hoch auf den Kamm, oben über die Gratstrasse bis unter den Gipfel des Berges. Alles in mehr oder weniger gleichmässigem, wenn auch gutem Tempo. Doch dann hat es mich doch gereizt, die Intensität zu erhöhen. Wieso nicht auf den letzten 500m bis zum Turm Vollgas geben? Wieso nicht den Singletrail mit seinen ca. 150 Treppenstufen hoch sprinten? Wieso nicht versuchen, eine gute Zeit auf diesem Strava-gespeicherten Segment zu erreichen? Und dann bin ich los gespurtet. Nach ca. 5min erreichte ich die Platform auf dem Uetliberg, bei Puls 183. Spass hat es gemacht. Gelohnt hat es sich bestimmt. Zufrieden war ich in jedem Fall. Hat es sogar für eine neue Segmentsbestzeit bei Strava gereicht? Das finale Resultat sollte sich auf dem Computer daheim zeigen. Also, lief ich erstmal wieder nach unten und zurück an den Zürichsee. Happy und zufrieden.

Daheim musste ich übrigens feststellen, dass mein Sprint zumindest für das Tracking nichts Wert war. Ich erreichte war die Plattform in einer sehr passablen Zeit, leider habe ich mir die Pause aber zu früh gegönnt, sodass meine Pause zu meiner Laufzeit noch addiert wurde. 10min statt 5min, was natürlich keine neue Bestzeit bedeutete. Da zeigte sich, dass ein reales Ziel viel einfacher ist zu erreichen als ein virtuelles.

Übrigens: Am nachfolgenden Montag konnte ich das erste Mal dieses Jahr noch Zeit nach der Arbeit ausnutzen, um eine Runde mit dem Rennrad zu fahren. Das Wetter hat auch mitgespielt, sodass ich eine tolle 45km-Runde zurücklegen konnte. Sehr angenehm.