Swiss Snow Walk & Run – Arosa

Lauf: Arosa – Weisshorn, 16.8km, 918hm, 13.01.2018

Mein Sportjahr 2018 startete mit einem Knall. Doch damit ist nicht das Neujahrsfeuerwerk gemeint, welches bereits 12 Tage zurückliegt und somit längst Geschichte ist, sondern meine Teilnahme am „Swiss Snow Walk & Run“-Event in Arosa. Schon lange nicht mehr habe ich meine Laufsaison so zeitig begonnen. Noch nie bin ich gar so früh im Jahr einen Wettkampf gelaufen. Und was für einen. Nicht den Short Distance, nicht den Long Distance und auch nicht den (etwas) flacheren Halbmarathon habe ich mir dabei ausgesucht, stattdessen den gefürchteten „Weisshorn-Trail“.

16,8 Kilometer bei 918 Höhenmeter* –  sehr sportlich. Ähnlich lang und hoch wie der abschliessende Laufabschnitt bei der Inferno-Team-Trophy, den ich schon zweimal bewältigt habe. Der Hauptunterschied zum Inferno besteht jedoch darin, dass ich im Sommer durch längeres und stetiges Aufbautraining zumeist meine Höchstform erreiche. Im Winter sieht das Ganze natürlich anders aus. Dennoch reizte mich die Herausforderung, kurz nach Neujahrsbeginn, mitten im Winter einen Laufwettkampf zu bestreiten. Während ich in den vergangenen Jahren mich stets etwas hinter der doch ruhigeren und „laufärmeren“ Weihnachtszeit versteckt habe, entschied ich mich dieses Mal für die Teilnahme – und das trotz überschaubaren spezifischem Lauftraining (ausschliesslich lockere und kurze Laufeinheiten).

Doch nun zum Rennen: Eins vorneweg. Das Wetter war über den gesamten Tag traumhaft. Schneeweisse Berge, blauer Himmel. Auch Kaiserwetter genannt. Und statt diesen wunderschönen Tag wie viele andere „normale“ Menschen mit entspanntem Skifahren zu verbringen, war ich einer von 228 Läufern, die um 10:35Uhr am See von Arosa auf die Strecke gingen. Schon nach dem ersten Kilometer merkte ich, dass dieser Lauf durch eine bezaubernde Winterlandschaft etwas besonderes ist. Ganz anders als ein Berglauf im Sommer.

Die stetig, aber nicht zu stark ansteigende Strecke liess anfangs nichts zu wünschen übrig. Je höher wir kamen, desto besser wurde die Aussicht. Zwar gibt es von Arosa aus nicht die markantesten Alpengipfel (wie beispielsweise Eiger, Mönch und Jungfrau) zu sehen, dafür wirken die Graubündner Berge ruhiger und lieblicher. Und alles erstrahlte in Weiss und Blau.

Lohnende Fotopause - bei so langen Läufen ist das ok
Perfekte Bedingungen in weiss und blau – so ein Wetter nimmt man gerne mit

Apropos blau. So konnte ich mittlerweile wohl auch meinen Zustand beschreiben. Und nicht etwa wegen zu hohen Alkoholkonsums, sondern wegen der anspruchsvollen Streckenführung. Während ich die ersten 11km in ca. 65min zurückgelegt habe, fing ab jetzt der wirklich schwierige Teil des „Weisshorn-Trails“ an. Immer öfter musste ich  nun in den Marschiermodus wechseln. Es war einfach zu steil. Und der Schnee mittlerweile auch nicht mehr griffig, sodass ich das ein oder andere Mal wieder den Berg hinuntergerutscht bin. Dazu kommen Höhe und Untrainiertheit, oder präziser „Etwas-zu-wenig“-Trainiertheit. 

So musste ich mich auf den letzten 5km den Berg eher hoch quälen. Direkt an der Skipiste vorbei. Obwohl uns einige Skifahrer zujubelten und anfeuerten, trug der Anblick nicht gerade zur Motivationssteigerung bei. Des öfteren fragte ich mich: „Wieso lauf ich hier hoch, während ich doch auch so schön abfahren könnte?“ Die Frage blieb unbeantwortet.

Obwohl ich noch nicht im Ziel war, gönnte ich mir diesen Blick in den Rückspiegel
Obwohl noch nicht im Ziel, gönnte ich mir diesen Blick in den Rückspiegel

Nach 1:55h kam ich aber dann doch im Ziel an. Zeitlich nicht das, was ich mir vorgestellt habe. Auch die Platzierung hätte besser sein können. Aber was soll’s. Das Wetter war fantastisch. Die schneeweisen Berggipfel der umliegenden Alpen reflektierten das Licht der immer noch strahlenden Sonne. Ich befand mich inmitten einer faszinierenden Berglandschaft auf 2’653 m. Und gerade eben habe ich einen schweren Berglaufwettkampf mit 16.8km und fast 1000hm hinter mich gebracht. Und das bereits in der zweiten Januarwoche in 2018. Es wird sicher ein grossartiges Jahr.

* Die Sportuhr zeigte mit 1’079m fast 150hm mehr an. Vermutlich wollte der Veranstalter uns Läufer nicht zu sehr abschrecken.


English summary: Bang! The first competition in 2018 is already history after I ran the Weisshorn-Trail at the Swiss Snow and Run Arosa. Without having trained too much over the Christmas and New Year’s break, I was able to manage the  snow-only-run with its 16.8km and 918m of elevation. The start was even promising. The first 11 or 12k I could do with under 5:45min/k on average. However, what came next was way harder. Steep slopes with up to 20% and more, melting snow on the track, as well as tired muscles – running was almost not possible anymore. One after one of the other runners were passing me. Still, somehow I arrived the top of Weisshorn, with a time of 1:55,38h. And I was content as I had just finished my first great sport event of 2018. More to come!

Die Aussicht vom Weisshorn - Genuss pur
Die Aussicht vom Weisshorn – Genuss pur!

Alles neu in the New Year 2018?

Lauf 1/2: Mürren – Winteregg (fast) – Mürren, 5.3/5.0km, 52/79hm, 04.01.2018/05.01.2018

Die Antwort lautet nein. Nicht alles ist neu im neuen Jahr 2018. Ich laufe noch und schreibe weiterhin darüber. Standardgemäss beginne ich das neue Jahr auch in den Bergen, in Mürren genauer gesagt. Und zumeist verbringe ich die Zeit auf den Ski, ab und zu unterbrochen von einer Schwimm- oder einer Laufeinheit. Und nachfolgend ein Kurzbericht über ersten beiden Laufeinheiten des Jahres als Auftakt ins 2018:

Der Weg zwischen Mürren und Winteregg ist mir und vermutlich auch dem gewohnten Leser wohl bekannt. Wie oft ich mittlerweile den ca. 2.5km langen Abschnitt entlang gejoggt bin, weiss ich nicht. Die traumhafte Aussicht auf Eiger, Mönch und Jungfrau ist sicherlich ebenfalls keine Überraschung mehr. Der Untergrund in dieser Jahreszeit variiert zwischen eisig, schneeig und/oder matschig. Auch nichts neues. Doch gibt es dann schon immer Etwas zu entdecken. Sollten einmal die Nebelschwaden gänzlich Einzug gehalten haben, läuft man durch ein mystisches Etwas – insbesondere in den Morgenstunden wie beim ersten Lauf. Viel schöner ist es dann, wenn der Himmel sich von seiner besseren Seite zeigt und neben dem Mond und vereinzelten Sternen diese wunderschönen Verfärbung des Morgenrots darbietet. Und das konnte ich am zweiten Tag bestaunen.

Eiger, Mönch und Jungfrau noch vor Sonnenaufgang
Eiger, Mönch und Jungfrau noch vor Sonnenaufgang

Ganz ohne grundlegende Neuigkeiten möchte ich dennoch nicht ins Jahr 2018 starten – und diese sind vor allem in eigener (Blog-)Sache:

  1. Englischsprachige Kurzzusammenfassungen: Nachdem ich im ersten Jahr noch ab und zu auf Englisch geschrieben habe, sparte ich mir den Aufwand (also insbesondere für die Rückübersetzungen bei der Buchversion) im zweiten Jahr. Ab 2018 werde ich nun immer eine englische Kurzzusammenfassung des jeweiligen Artikels schreiben, damit ich den Blog etwas international bekannter machen kann. Übrigens: Diese Idee habe ich aus dem BIANCO Alpine Lifestyle Magazin geklaut, das ab und zu am Zürich Flughafen ausliegt. 
  2. Phototrek: Dies ist eine weitere Idee, um den Lauftrek-Blog etwas breiter auszurichten. Wie auf der Phototrek-Seite beschrieben handelt es sich hierbei um eine Sammlung von Fotos, die nicht zwingend mit irgendeiner Outdoor-Aktivität zusammenhängen. Da ich mittlerweile etwas passionierter mit einer oder mehreren Fotokameras durch das Leben gehe, möchte ich euch gerne dort eine Sammlung präsentieren.
Schwarzmönch und Jungfrau in nebeligen Grautönen
Schwarzmönch und Jungfrau in nebeligen Grautönen

English summary: Nothing new this year. Almost every start of the year, I spend my time up in the mountains in the area of Mürren, Berner Oberland. Apart from some skiing and indoor swimming activities, I also started my running season 2018 with two simple runs between Mürren and Winteregg. Not spectacular, but still a good start as you can see in the photos above. – By the way, I was actually not fully right in saying that there is nothing new this year. Two aspects have changed: 1) you will find these little Englisch summaries for every blog post that I write this year, and 2) there is a new sub project available, called Phototrek, where I collect my photographs that are not necessarily connected to any of my sports activities. So, with this having said, enjoy 2018!