Im Tal – bei den Bauern zu Besuch

Lauf: Mürren – Gimmelwald – Im Tal – Sefi-Oberbärg – Spielbodenalp – Mürren, 13.0km, 830hm, 31.08.2020

Erster Schnee der Saison? In jedem Fall fügt das Weiss etwas mehr Kontrast zur Landschaft hinzu

Es war Montag. Die zweite Ferienhälfte began. Am Wochenende regnete es fast durchgehend in Mürren. Auf knapp unter 2000m verwandelte sich das Nass sogar in etwas Weisses. Der erste Schnee. Die Prämisse, möglichst viel Neues zu entdecken, galt auch für die zweite Ferienwoche. Nicht so einfach. So viele Wege, die ich bereits entdeckt und erkundet hatte. Doch eins war noch auf meiner ‚bucket list‘ – das Tal. Oder im Tal. So stand es auf der Karte geschrieben. Im Tal, wo der Bergbach Sefine floss, der anschliessend hunderte Meter bei Stechelberg hinabstürzen sollte. Dort wollte ich laufen um anschliessend eventuell bis zur Rotstockhütte aufzusteigen, idealerweise im Laufschritt. Ich startete meine Entdeckungstour in Mürren.

Noch auf bekannten Single-Trail-Pfaden verlor ich einige Höhenmeter, um bis nach Gimmelwald zu gelangen. Ein Traktor wollte mich überholen. Der Bauer im Traktor war kein Unbekannter, da er uns bzw. vor allem dem Mürrmeli-Automat (früher ein mobiles Café) mit Trockenfleisch versorgte. Ich grüsste und setzte meinen Lauf in Richtung Tal fort. An der tiefsten Stelle im Tal angekommen spaltete sich der Weg. Links ging es weiter runter nach Stechelberg, rechts das Sefinental hinauf. Langsam stieg der Weg an. Einige Wanderer und Biker kamen mir entgegen. Die Sefine, durch den Regen am Wochenende gut gefüllt, wurde immer gewaltiger und wilder, je weiter ich in den Talschluss vordrang. Vor mir erhob sich übrigens eine 1800m hohe Felswand, bestehend aus den 3000ern Sefinahoren, der Bütlassa und dem Gespaltenhorn. Ich bog nach rechts auf einen Single-Trail ab.

Der Anstieg wurde steiler. Ich versuchte, ein gleichmässiges Tempo zu laufen. Wie gesagt, ich wollte sämtliche Anstiege „laufend“ erklimmen. Das gelang meistens, bis auf ein paar wenige Ausnahmen. Als ich auf der Höhe des Sefina-Oberbärgs gelangte, sah ich die Rotstockhütte in weiter Entfernung, eingeschneit. Wo ich letzte Woche an meinem Geburtstag noch mit dünner Jacke Z’Mittag gegessen habe, lag jetzt 10cm Schnee. Ich entschied die Rotstockhütte heute auszulassen und über den Oberberg auf den Wanderweg unterhalb des Bryndlis zurückzukehren. Von dort aus sollte es auf wieder bekannten Wegen weitergehen. Beim Bergmättli traf ich noch eine zweite bekannte Bäuerin. Die Käselieferantin. Neues und Altbekanntes sozusagen. Eine gute Mischung für einen tollen Lauf.

English version: After a rainy and snowy weekend, I was looking for another new ‚thing‘ to explore in Mürren and around. Not so easy anymore given that I have explored the area really well. But there are still some hidden secrets. Due to the bad weather conditions I decided to go down to Gimmelwald first, before running up the valley of the mountain creek Sefinen. The lowest place of the valley was called ‚Im Tal‘, ‚In the valley‘. Indeed it was. From there I climbed up again up to the Sefine-Oberberg where I found the first snow of this ’season‘ still around. An adventure. The way back to Mürren was on known paths, however, there is always something to explore.