Po-Rutschen am Schiltgrat

Lauf: Mürren – Gimmeln – Schiltgrat – Gimmeln – Mürren (Panoramaweg), 10.4km, 615hm, 27.01.2019

Der Schiltgrat ist ein bis zu 2123m hoher Bergkamm unweit von Mürren, an dem ich einst meine ersten konkreteren Versuche im Skifahren unternahm. Sehr oft lag ich damals auf dem Hosenboden. Das ein oder andere mal bin ich sogar in dieser Form den Hang hinunter gerutscht. Glücklicherweise sind diese Erlebnisse mittlerweile Geschichte (meistens) – meine Skiabfahrtsfähigkeiten haben sich verbessert. Die gesammelten Negativerfahrungen von damals haben sich bei meinem ersten Winterlauf auf den Schiltgrat aber durchaus bezahlbar gemacht.

Über ausgetretenen Wanderweg bis zum Restaurant Gimmeln gelangte ich zur Schlittel- und Schneeschuhpiste “Apollo”, der einzige für Wanderer und Trailrunner mögliche Aufstieg. Was im Winter “Apollo” heisst, ist im Sommer übrigens die bekannte Route durchs Schilttal bis zur Schiltalp. Von dort aus jedoch wird im Winter ein breit ausgetretener Weg mit dem Skitruck präpariert. Dieser Teil der Strecke weisst deutliche Steigungsprozente auf, sodass ich aufgrund des rutschigen Tiefschnees sowie des teilweise stark aufkommenden Windes nur langsam voran kam. Doch kaum waren die drei steilen Passagen überwunden, erreichte ich mein Zwischenziel Schiltgrat nach ca. 45min Laufzeit.

Aufstieg zum Schiltgrat über den Schlittelweg Apollo
Aufstieg zum Schiltgrat über den Schlittelweg Apollo

Um die Skipisten zu umgehen, blieb mir für den Rückweg ausschliesslich die gleiche Strecke übrig. Eigentlich locker, sollte man denken. Es geht ja nur noch bergab. Doch genau darin lag die Herausforderung. Die steilen Gefälle sind bei Schnee kaum zu laufen. Es gibt praktisch keinen Halt. Also half nur die alternative Technik des Hosenboden-Rutschens – auch wenn etwas unorthodox daherkommend ist die Methodik durchaus effektiv und daher auch bei bekannten Trailläufern zu sehen. Sie besitzt sogar einen Fachbegriff: Glissading. Und obwohl diese Art des Rutschen mehr Spass macht als die sturzbedingten Rutschpartien mit Skiern, an die ich mich zurückerinnert fühlte, war ich nun happy, als ich wieder auf zwei Beinen weiterlaufen konnte. Ein gelungener Trainingsausflug.

English summary: Usually, the Schiltgrat area I know best from all my skiing experiences – including all the crashes and down-sliding in the early years. This time I explored the ridge with trail running shoes. Except from the three steep passages, I managed to reach the highest point at the end of the Schiltgrat ski lift in quite a good shape. However, the same three passages were a proper challenge when going downhill. Without even trying differently, I immediately used the technique of glissading, a form of down-sliding on your buttocks. Definitely worth a try, although I prefer running on two legs. Still a good training session.

Aufstehen! Zum Schneesonnenaufgang

Lauf: Zürich – Uetliberg – Zürich, 13.4km, 593hm, 19.01.2019

Das letzte Jahr begann mit einem Knall. Dieses Jahr begann mit einem Fall. Glücklicherweise nur bildlich gesprochen. Während ich im vergangenen Winter mit dem „Snow & Run“ Event in Arosa bereits in der zweiten Januarwoche einen ersten Trailrunning-Wettkampf in der Tasche hatte, musste ich dieses Mal kurzfristig darauf verzichten. Nach einer hartnäckigen Erkältung war der Körper noch nicht fit genug für einen Halbmarathon bei erschwerten Bedingungen – neben 600hm muss es gut 20cm Neuschnee auf der Strecke gegeben haben. Da hatte ich wohl eine weise Entscheidung getroffen.

Auch wenn der nächste Wettkampf wohl auf sich warten lässt, das nächste Ziel wollte ich schon bald angehen. Nach wie vor stand bei mir der „Schneesonnenaufgang“ auf dem Uetliberg auf der Checkliste. Und nach dem es in der Vorwoche gut geschneit hatte, bot sich das dritte Januarwochenende an. Die Wettervorhersage war vielversprechend, der Sonnenaufgang für gegen 8.00Uhr angekündigt. Also lief ich um halb 7 kurz nach dem Aufstehen daheim los. Eine gute Stunde plante ich für den Aufstieg. Es ging nicht um Geschwindigkeit, sondern um Genuss. Die Stöcke waren auch dabei. Das Kopflicht leider nicht, daher nahm ich den beleuchteten Weg über den Laternenweg Richtung Uetliberg in Angriff.

Kurz vor halb acht kam ich dann auf dem schneebedeckten Gipfel an. Es wurde hell. Eine tolle Morgenstimmung. Und trotzdem machte sich etwas Ernüchterung breit. Denn erst jetzt bemerkte ich den morgendlichen Hochnebel, der noch in den Bergen festhing. Aufgrund der Dunkelheit und der Bäume fiel mir gar nicht auf, dass die wolkenfreie Wettervorhersage (noch) nicht eingetreten war. Nur ganz leicht verirrten sich vereinzelte Sonnenstrahlen durch die Wolkenbänder und sorgten für ein schwaches Morgenrot. Ich schoss ein paar Fotos und wartete noch vergebens knappe 30 Minuten auf Besserung, bevor ich wieder den Heimweg antrat. Mittlerweile spürte ich die Kälte.

Zürich am Morgen – traumhafte Stimmung, auch wenn der Sonnenaufgang hinter Wolken versteckt wurde

Auf dem Abstieg wählte ich wieder einen der zahlreichen Singletrails, bei dem ich mir nicht sicher war, ob ich ihn überhaupt schon mal gelaufen bin. Je tiefer ich kam, desto weniger wurden Schnee und Eis. Die Temperatur in meinem Körper stieg auch wieder an. Mittlerweile hatte sich die Sonne so langsam durch die Wolken gekämpft, sodass mich unten ein doch sehr schönes, wenn auch verzögertes Morgenrot empfing. Der Abschluss eines doch traumhaften Laufs. Das zeitige Aufstehen hatte sich gelohnt. Und jetzt war Zeit für Frühstück.

Unten angekommen war ich wieder von der Vielseitigkeit des Uetlibergs begeistert

English version: After last year’s jump start with the incredible run at the Snow & Run event in Arosa, I also registered for this year’s edition. However,I required to withdraw from the race as I had a longer cold and was thus not fit enough. Disappointed but not devastated, I aimed for the next goal only one week later. No race, but being on the snowy top of Uetliberg and watching the sunrise was one of the goals when starting this blog. This time, the timing was perfect. The weather was not though. Despite an inspiring morning ambiance, there were too many clouds for an amazing view. Nonetheless, it was worthwhile – and I was anyway happy being back on track again.

Willkommen im 2019 – Essentially outdoors

Schneeschuhwanderung: Mürren Chänelegg, 6.2km, 255hm 02.01.2019

2018 ist vorbei, 2019 hat begonnen. Was das Jahr bringt, ist noch offen. Ob das Jahr noch spannender wird als das Vorherige ebenfalls. Denn 2018 mit all den traumhaften Bergläufen und Radtouren ist schwer zu toppen. Eines kann ich mir aber sicher sein, eine gute Form nehme ich mit ins neue Jahr. Jeweils mit einem 4:00min/km-Schnitt bei den Stadtläufen in Basel und Zürich, eine fast 50km Ausfahrt mit dem Mountainbike einen Tag kurz vor Weihnachten sowie zwei, wenn auch lockere Bergläufe in Mürren sorgten für einen runden Abschluss des Jahres 2018.

Und eines könnt ihr euch sicher sein, auch in 2019 wird es wieder zahlreiche Berichte über verschiedenste Abenteuer geben. Natürlich liegt der Fokus auch in diesem Jahr auf Lauf-, Rad- und Wanderaktivitäten im bergigen Gelände – Hauptsache draussen. Essentially outdoors. Und damit wünsche ich euch wieder viel Spass beim Lesen. Nachfolgend übrigens noch ein kleiner Bericht bezüglich einer meiner ersten Aktivitäten des Jahres, die übrigens in gewisser Weise ein Novum für meine Lauftrek-Berichte darstellt.

Der letzte Tag des Jahres brachte nochmals traumhafte Ausblicke auf die Berner Bergwelt

Denn zum ersten Mal bekommt eine Schneeschuhwanderung einen eigenen Bericht. Während ich vor zwei Jahren bei meiner Gletschertour die Schneeschuhe als notwendiges Übel aufgrund einer grossen Menge Neuschnee anlegen musste, inspirierten dieses Mal unsere zwei bekannten Freunde aus Bern zu diesem Ausflug. Wie ihr sicher vermutet habt, verbrachten wir die Tage um den Jahreswechsel wieder in Mürren. Und wir freuten uns natürlich sehr, als die beiden Freunde ihren Besuch ankündigten und ihre neu erworbenen Schneeschuhe mitbrachten. Und trotz einer für Mürrener Verhältnisse sporadischen Schneemenge schnallten wir uns die Hilfsmittel auf dem Schneeschuhrundweg „Chänelegg“ an. Etwas seltsam war es schon mit diesen grossen Bärentatzen durch die anfänglich geringe Schneemengen zu spazieren – die Tour auch aufgrund des einsetzenden Schneefalls dennoch sehr schön. Ein besonderer Start ins 2019!

Am zweiten Tag des neuen Jahres gab es schliesslich auch Neuschnee

English version:Welcome in 2019! As usual we spent the days around New Year’s day in Mürren. Apart from some skiing, running and swimming, I kicked off the year with a snowshoe hike – inspired and initiated by two friends from Bern that came visiting us on Jan 2. And this is a novelty, as it is the first time that I dedicate a separate article this kind of activity. And the tour around so-called Chänelegg was quite pleasant – a good start in to 2019. With that being said, I would like to wish all readers a pretty amazing year!